Teil 3: Der Bikini – ein Hauch von nichts

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Mit seiner Schöpfung „Bikini“ am Ende des Zweiten Weltkriegs ging Louis Reard an Stelle seines Konkurrenten Jacques Heim, der etwa zeitgleich den Zweiteiler „Atom“ vorstellte, in die Geschichte der Bademode ein. Benannt nach dem Atoll im Südpazifik, dem Ort des ersten Atombombentests, löste das Stück Stoff nicht nur weltweite Skandale und Verbote aus, sondern legte auch einen Grundstein für die spätere sexuelle Revolution. Das Textil, das nach einem US-Journalisten „über seine Trägerin alles verrät – außer dem Mädchennamen Ihrer Mutter“, galt in Deutschland noch 1957 als höchst unmoralisch, wie es eine damalige Zeitschrift belegt:

“Es ist wohl hier nicht notwendig, ein Wort über den sogenannten Bikini zu verlieren. Ist es doch undenkbar, dass ein Mädchen mit Takt und Anstand ja so etwas tragen könnte“.

Erst in den 1960er Jahren konnte sich der Bikini gegen den zeitlosen Einteiler durchsetzen und wurde zum Synonym für Jugend, Sinnlichkeit und Selbstständigkeit. Heute gilt der Hauch von nichts in der Modewelt als eines der bedeutsamsten Kleidungsstücke überhaupt, was Top-Designer wie Versace, Ralph Lauren und Vivienne Westwood mit dem Grundsatz bekräftigen: „Weniger ist mehr!“ Sein Vorgänger, dem lange das Image als unerotischer Bekleidung reifer Damen anhaftete, erlebte etwa zwei Dekaden später durch raffinierte Schnitte und auffallende Farben eine Wiedergeburt und ist heute fester Bestandteil in der Garderobe der emanzipierten Frau.(sh)

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Teil 2

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