GF Genuss + FeinSinn – GF DÜSSELDORF for connaisseurs Spring/Summer 2011

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Von den wenigen Wandgemälden des klassischen Altertums ist die sogenannte Aldobrandinische Hochzeit – ein römisches Freskogemälde, das eine verschleierte Braut nebst Peitho (der Göttin der Überredung) als Brautmutter und eine Jungfrau mit Salbgefäß darstellt – der Nachwelt erhalten geblieben. Folgt man Winckelmanns Deutung, thematisiert das Gemälde die Hochzeit von Peleus und Thetis. So waren zumindest in der bildenden Kunst die frühen Hochzeitsdarstellungen zumeist den Göttern vorbehalten, wie etwa die der heiligen Hochzeit des Herkules und der Minerva oder die des Zeus und der Hera auf dem Relief der Schaubert‘schen Sammlung. Tiepolo verließ bei seiner Hochzeitsdarstellung die Sphäre der Götter und glorifizierte an der südlichen Schmalseite des Würzburger Kaisersaals die Hochzeit Kaiser Friedrich Barbarossas mit Beatrix von Burgund, die 1156 in Würzburg stattfand. In der Antike war das Symbol der Hochzeit die Fackel. Man gebrauchte sie, als man die Braut in das Haus des Bräutigams führte. Daher galt die brennende Fackel als Symbol der Liebesglut, die Amor entfachte. Literatur und Leitfäden, wie etwa das 1800 erschienene Werk von Rehm, „praktische Vorbereitung zur Hochzeit“, erfreuten sich größter Beliebtheit. Gemäß den Gebräuchen und Überlieferungen wurden Hochzeiten nur dienstags, donnerstags und sonnabends gehalten, wonach Dienstag und Donnerstag als glückliche Hochzeitstage galten. Genauso galten der Herbst- und Winteranfang als geeignete Zeit zum Heiraten. Hochzeiten währten in der Regel drei bis vier Tage. Letzteres ist zumeist in den mediterranen Ländern noch anzutreffen, jedoch sind die einstigen Regularien und Riten nur noch in historischen Werken gegenwärtig. Einzig der Blick auf die äußere Erscheinung der Braut ist nach wie vor stark gegenwärtig und macht gerade die Brautcouture zu einem elementaren Themengegenstand, bei dem ich Ihnen viel Vergnügen wünsche.

Inhalt

  • Hochzeit
  • Bade Couture
  • Brillat-Savarin
  • Gin

Bildquellen

  • GF Genuss + FeinSinn – GF DÜSSELDORF for connaisseurs Spring/Summer 2011: GF-Luxury Redakteur
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