Gucci ist ein Unternehmen, das nicht nur Mode und Zeitgeistlichkeit thematisiert, sondern auch eine Luxusmarke, die auf eine gewisse Historie und Tradition zurückblickt. Aus diesem Grund setzt Gucci gerne Projekte an, die ein Rückbesinnen in sich tragen.Das letzte diese Projekte war die Erstellung des Gucci eigenen Hortus Sanitatis, der eine Hommage an das erste in Deutschland erschienen Enzyklopädie-Werk ist, das auf 1485 zurückdatiert wird und hauptsächlich Naturgeschichte porträtierte.

Im Gegensatz zu dem deutschen Nachschlagewerk aus dem späten Mittelalter, steht bei Gucci natürlich nicht die Naturwissenschaft im Vordergrund. Im Hortus Sanitatis von Gucci wird die Frühherbstkollektion für das Jahr 2017 in Bildern festgehalten und für die Ewigkeit konserviert,ähnlich wie es sich beim naturwissenschaftlichen Vorbild verhielt.

Gucci Hortus Sanitatis Fashion Book 3

© Gucci

Das schmeichelhaft elegante Cover ist in einem pastellfarbenen, hellen blau gehalten. Die schlichten Akzente dominieren, wobei das Highlight in den goldenen Applikationen zu finden ist. Der Schriftzug Hortus Sanitatis wird in Großbuchstaben und in leicht altertümlicher Schrift im oberen Drittel angesetzt,während eine Katze vor der strahlenden Sonne den Mittelpunkt des Titelbildes ziert.

Zum Abschluss des Covers wird der Name des Photographen in Gold gesetzt: Derek Ridgers.

Gucci Hortus Sanitatis Fashion Book 2

© Gucci

Derek Ridgers ist für seine zurückhaltende Photographie bekannt geworden. Er setzt sich selbst als Photograph nicht in Szene, sondern räumt dem Motiv den kompletten Platz ein, den es zu seiner Entfaltung braucht. Die volle Geltung des porträtierten Inhaltes sind dem Photographen von äußerster Wichtigkeit bei der Kreation und Komposition seiner Bilder.

In einem Interview mit Guccis Pressesprechern antwortete der Photograph auf die Frage, was „Was war das visuell faszinierende an den Locations?“ mit:


Faszinierend ist nicht wirklich das richtige Wort. Als ich die Locations zum ersten Mal sah, war ich entsetzt. Nicht, dass die Locations nicht schön sind – sie sind es ganz gewiss –, doch da waren so viele Details überall, dass ich dachte, die Kleider würden überschattet werden. In der Bücherei und der Apotheke waren hauptsächlich Braun- und Goldtöne. Alte, verstaubte, braune Lederbücher und braunes, lackiertes Holz. Im Fall der Apotheke waren es eher braunes Holz und braune und goldene Glasflaschen. Mit ein paar dunkelblauen Flaschen mit Totenkopfzeichen. Meine Befürchtung war, dass so schöne und historische Schauplätze absolut dominieren würden. Das war natürlich, bevor ich die Kleider sah. Da gäbe es nicht viel, wenn überhaupt etwas, das diese Kleider überschatten könnte.“

– Derek Rodgers

Gucci Hortus Sanitatis Fashion Book 1.jpg

© Gucci

Die Mischung aus den farbenfrohen Bildern vor historischem Hintergrund und den in schlichtem Schwarz-Weiß gehaltenen monochromen Look, gibt dem Buch einen interessanten und auch bewussten Charakter. Bewusst um die Wirkung und Inszenierung der Mode, aber auch um die Wirkung der Aufmachung als Hommage an die Enzyklopädie Hortus Sanitatis.

Mit einer Auflage von lediglich 1000 Exemplaren liefert Gucci hier nicht nur besonders schöne, sondern vor allem auch exklusive Einblicke in die neuesten Kreationen und Kollektionen.

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