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© COUTURE Victor und Rolf

 

 

 

For us, Haute Couture is our primary means of communication, a laboratory for

expression. Creating wearable art inspired us to develop an exclusive capsule collection

with the intention of making our art wearable.”

– Viktor & Rolf

Seit Anbeginn ihrer künstlerischen Partnerschaft im Jahr 1993 bringen Viktor Horsting und Rolf Snoeren Modeinnovationen hervor, die als „wearable art“ eine höchst individuelle Modesignatur setzen, deren experimenteller Habitus eine konträre Position zum Fashion-Mainstream bezieht.

Beide Designer bezeichnen sich selbst als „Außenseiter der Modewelt“. Durch ihre rebellische und experimentelle Designkunst, die in ihre Modeentwürfe einfließt, die hohe technische Virtuosität und das komplexe Wissen über die Geschichte der Mode, haben Viktor & Rolf im Zuge ihrer Karriere eine Art Gegenkultur erschaffen, die die Grenzen zwischen Kunst und Mode, der Kontrastierung von Romantik und Gewalt, Überschwang und Kontrolle, Konvention und Rebellion verschiebt. Die Modeschöpfer sahen in der Mode als befreiendes kreatives Medium aus der Kleinstadtenge, in der sie aufgewachsen sind. Mit 18 Jahren lernten sie sich in der Modeschule kennen und artikulieren seitdem ihre Gefühle, Erfahrungen, Ideen und Visionen mittels der gestalterischen Ausdruckskraft der Mode, was ihrer Fashionlinie stets einen singulären künstlerischen Akzent verleiht.

Die Show als ganzheitliches Kunstwerk

Den alles entscheidenden Karriere-Impuls erhielten Viktor & Rolf mit ihrer Einführung in die Pariser Haute Couture 1998, auf der ihre innovativen Kreationen vom Fachpublikum gefeiert wurden. Durch ihre experimentellen Shows wie beispielsweise in der 1999 realisierten Show „Russian Doll“, in der Maggie Rizer schrittweise in neun Lagen Stoff durch die Designer gekleidet wurde, und der „One Woman Show“ im Jahr 2003, deren Kollektion von Tilda Swinton inspiriert wurde, genoss das kreative Duo zusehends internationale Bekanntheit.

2013 zelebrierten sie ihr zwanzigjähriges Jubiläum in Form eines „tableau vivant“ eines japanischen Zen Gartens. Im Kontext mit diesem in sich ruhenden gestalterischen Refugium kreierten Viktor & Rolf 20 gänzlich im stoischen Schwarz gehaltene Looks, deren Besonderheit wiederum im schlichten Duktus einer poetischen Linienführung verborgen ist. Analog der Zen-Philosophie artikuliert die Fashionlinie die Aura der Kontemplation und Gelassenheit.

Having been in a meditative, reflective mood – we visualized this by creating 20 conceptual outfits that – when combined on stage – create one new piece: a tableau vivant of a Zen Garden. We felt this was a beautiful symbol of mindfulness, serenity and gratitude”, lautet das Pamphlet der Modedesigner.

Als besonderes Highlight gilt die außergewöhnliche Ausstellungsperformance in der National Gallery of Victoria in Melbourne im Oktober 2016. Die Ausstellung implizierte 35 haute couture Stücke, die auch frühere Werke aus den Archiven ihres Ateliers einfließen ließ und die mit dem Kunstkonvolut des Museums korrespondieren. „With exquisite craftmanship and dreamy silhouettes, sometimes made from tinkling bells or red carpet, the Dutch fashion artists Viktor&Rolf have been creating wearable art for the past twenty years in a unique, singular style“, betonte der Kurator der National Gallery of Victoria Thierry-Maxime Loriot.

Ebenfalls zum Ausdruck kam die Inszenierung „Dolls“, einer Performance, in der Replikationen von Puppen vergangener Jahrhunderte durch die Designer neu eingekleidet werden.

Diese kuratorische Meisterleistung erweist sich wiederum als ein kreatives Wahrzeichen der beiden Modedesigner, deren interdisziplinäre Herangehensweise, die Grenzen und starren Parameter der jeweiligen Disziplinen aufzubrechen und ineinandergreifen zu lassen. Durch diese alles verbindende gestalterische Mentalität werden Mode, Kunst und eine museale Institution zu einem Gesamtkunstwerk durch die Stimmführung einer unkonventionellen Fashionidee, die es wiederum vermag neue ästhetische Zeichen in einer Welt des Gewöhnlichen zu setzen.

Dieser gestalterische Habitus wirkt ebenso in der jüngsten haute couture Kollektion „Vagabonds“, die auf der gestalterischen DNA historischer Porzellanpuppen basiert. Viktor & Rolf entwickeln durch die bunten, aufwändigst miteinander verwobenen Stofflagen, Stoffschichtungen sowie Korrelationen verschiedenster Texturen eine barock anmutende Assemblage, die trotz der Opulenz dieser stofflichen Symphonie, etwas Frisches, Jugendliches und Befreiend-leichtes zum Ausdruck bringt. Der Duktus trägt den gleichen Esprit wie die Spring-Summer Kollektion, die gänzlich in weiß gehalten ist, wobei als der eigentliche Spannungsträger die kubistische Dramaturgie des Schnittverlaufes erscheint. Der Reiz dieser Kollektion liegt in der besonderen Modearchitektonik kubistischen Kompositionswillens. So erscheinen die Stoff gewordenen Zeichnungen wie eine Reminiszenz an Pablo Picasso oder Fernand Léger.

Von Signifikanz sind auch die präzise durchgetakteten Shows von Viktor & Rolf, die in Erinnerung bleiben. Über ihre Show im Jahr 2007, in der die Models ihre eigenen Sound- und Lichtsysteme auf dem Laufsteg trugen, während sie mit Holzschuhen ihre anspruchsvolle Choreografie absolvierten, äußerten sich Viktor & Rolf selbst und betonten, dass trotz der grenzwertigen Situation der Performance vor allem eine Intention zum Ausdruck gebracht werden sollte: dass jeder einzelne sein eigenes Universum und seine eigene Performance darstellt.

Freuen Sie sich über einige Beispiele der einzigartigen Kreationen von Viktor & Rolf in der nachfolgenden Galerie!

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