Die Landkarte des Whisk(e)ys – Irland

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Whisky ist ein Getränk mit Tradition und Geschmack und meist erste Wahl bei Herren von Welt, wenn zu anspruchsvoller Musik und Zigarren in Loungesesseln etwas Stärkeres degustiert werden soll, als Wein. Doch woher kommt Whisky eigentlich, wer hat ihn erfunden und was macht ihn momentan in der Hausbar wieder so unverzichtbar? 

„When you hold it in your hand, it’s the pulse of one small nation, so much more than just a dram. You can see if you will – the people and the weather. And the land. The past into the present is distilled.“, singt der schottische Songwriter Robin Laing und bezieht sich damit natürlich auf sein Heimatland Schottland. Doch auch er wird zugeben müssen, dass seine poetischen Zeilen mindestens auch für die Irischen Nachbarn zutrifft.
Schon immer streiten sich Schotten und Iren um die Urheberschaft des Destillats: Während die Schotten auf einen Geistlichen aus dem 15. Jahrhundert verweisen, kontern die Iren natürlich mit ihrem Nationalheiligen St. Patrick. Große Whiskynationen sind beide zweifelsohne.

Vier Destillen

Umso verwunderlicher ist es, dass es in Irland nur noch vier Destillen gibt – zugegeben handelt es sich dabei um drei sehr große, doch trotzdem kann man kaum glauben, dass die Vielfalt an irischen Marken nahezu vollständig aus einer dieser Brennereien stammt, schließlich soll es über 2000 Whisky-Hersteller in Irland gegeben haben. Zu dieser Zeit ist der irische Whisky wortwörtlich in aller Munde und verkauft sich nicht nur in der Heimat gut, sondern auch in Übersee. Große Marken exportieren bereits im 18. Jahrhundert ihren edlen Tropfen nach Amerika und Australien.

Blended Scotch

Ein Problem, dass ihnen dabei widerfährt – Häufig werden dort gepanschter Whisky und billige Replikate unter dem Deckmantel der guten irischen Herkunft veräußert. Später im frühen 19. Jahrhundert verschlafen die Iren darüber hinaus noch den Trend und die Möglichkeiten hin zum Grain Whisky, ein Brand der dank der Erfindung des Verfahrens zur kontinuierlichen Destillation aus ungemälztem Getreide destilliert werden kann. Die neue Art zu Brennen schmeckte den Iren gar nicht und so konnten sie nur zusehen, als der Blended Scotch, ein Verschnitt dieses Whiskys, seinen Erfolgszug um die Welt antritt und den irischen Single Pot Stills weitgehend verdrängt, der bis heute ein Alleinstellungsmerkmal irischer Braukunst ist. Als der irische Whisky in Zeiten höchster englischer Besteuerung zu teuer wird, machen die Iren aus der Not eine Tugend und umgehen die Besteuerung auf gemälzte Gerste, indem sie diese einfach mit ungemälzter mischen.

Monopol der Destillerien

Es dauert gut und gerne 130 Jahre in denen der irische Whisky trotz der guten Qualität, außerhalb von Irland nur ein Radgruppendasein fristet, bis man erkennt, dass sich die vielen kleinen Brennereien derart gegenseitig im Weg stehen, dass nur noch eine genossenschaftliche Vereinigung das Kulturgut Whiskiy als wichtiges Teil des Exportportfolios der grünen Heimat retten konnte. Zuerst gelang dies um Cork wo sich die vier großen Destillerien zusammenschlossen, 1966 auch im Fall der bislang größten Konkurrenten Jameson und Powers, die sich dem Verbund ebenso anschlossen wie die Besitzer des legendären Bushmills.
Dieser Trend führte mittelfristig zu einem ökonomisch erfolgreichen Monopol und bis heute zu nur vier aktiven Destillerien in Irland: Old Bushmills in der Grafschaft Antrim, Cooley in Riverstown, Midleton, gut 20 Kilometer von Cork entfernt und mit der Locke’s Distillery Kilbeggan noch eine vierte.

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Bildquellen

  • 54094133 – glass of whiskey with smoking cigar and ice cubes on wooden table: 123rf
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