Der Name Basilikum kommt vom griechischen basilikos, das Königliche, wie das Kraut wegen seines würzigen edlen Duftes getauft wurde. Daneben nennt es sich auch Basilie, Braunsilge, Königsbalsam, Herrenkraut, Josefskräutlein oder Deutscher Pfeffer. Der heutzutage weit verbreitete Gewürzstrauch wird erstmals in einem chinesischen Pflanzenbuch des 6. Jahrhunderts erwähnt, stammt aber ursprünglich aus Indien und heißt dort Tulasi, Ocimum sanctum.

Verfluchte Zauberpflanze

Seit über 3.000 Jahren ist das heilige Kraut dem Hindugott Vishnu, dem Bewahrer der Schöpfung, geweiht, weshalb ihm aphrodisierende Eigenschaften zugesprochen werden. Das in Europa kultivierte Basilikum gehörte einst auch in Frankreich zu einem göttlichen Ritual, bei dem der weiß gekleidete Pflücker die rechte Hand in drei verschiedene Quellen tauchte, bevor er mit einer goldenen Sichel das edle Kraut berühren durfte. In der Antike und im Mittelalter diente es einerseits zur Vertreibung von Dämonen, galt aber andererseits als verfluchte Zauberpflanze. Diese Ambiguität findet in Boccacios „Decamerone“ ihren Ausdruck, in dem das Venuskraut für eine Liebe unter Tränen steht. Verbirgt sich im Basilikumtopf nicht des Geliebten Kopf, kann der Strauch auch heute bei regelmäßiger Wasserzufuhr im Haus gezogen und ab Mitte Mai an einer sonnigen, warmen, windgeschützten Stelle in den Garten gesetzt werden.

Eigenschaften und Verwendung

Das einjährige, bis zu 60 Zentimeter hohe, buschige Gewächs wird im Herbst abgeerntet und gehört zur Unterart Ocimum der Familie der Lippenblütler, Lamiaceae. Eine sanfte Behandlung verlangen die gelbgrünen, ovalen, zugespitzten Blätter mit der frischen Farbe und dem würzigen Geschmack und wollen nicht mit dem Messer geschnitten, sondern zart gezupft werden. Auch langes Erhitzen ertragen sie nicht und sollten den Gerichten deshalb erst am Ende der Garzeit beigemischt werden. Durch seine leichte Schärfe wärmt das Kraut und belebt den Körper. In der mediterranen Küche wird es vornehmlich für Salate wie z.B. Insalata Caprese, für Antipasti, für Gemüse wie Ratatouille, aber auch als Dekoration von Desserts verwendet sowie als Basis für Pesto alla Genovese. Das bekannte Basilikum aus Genua ist nur eines der unzähligen Sorten, die sich sowohl in der chemischen Zusammensetzung als auch im Geschmack unterscheiden. Andere Basilikumarten weisen neben der bekannten pfeffrigen Note Aromen von frischer Zitrone, feurigem Ingwer, süßem Zimt und saftigem Anis auf. (sh)

Medizinische Anwendung

Basilikum eignet sich zur inneren und äußeren Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit, aber auch bei Erkältungen. Es hat eine antiseptische Wirkung, beruhigt das Nervensystem und wird als Aphrodisiakum eingesetzt.

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