Die ursprünglich in Europa beheimatete, heute über den ganzen Erdball verbreitete Brunnenkresse wird bereits seit dem Altertum als Würz- und Heilkraut geschätzt. In der Botanik zählt die echte oder gemeine Brunnenkresse zusammen mit der Sumpf- Wasserkresse zur Familie der Kreuzblütengewächse. Das Kraut – übrigens nicht mit der populären Gartenkresse verwandt – ist unter vielen Namen bekannt: Bachkresse, Bitterkresse, Bachbitterkraut, Bittersalat, Wasserkresse oder Wassersenf, „water cress“ im Englischen oder „cresson d’eau“ im Französischen. In der Natur findet man die sattgrüne, rankenförmig wachsende Pflanze an kleinen Wald- oder Gebirgsbächen und natürlich – ihr Name verrät es – an Brunnen oder Quellen.

Rorippa nasturtium-aquaticum

Die Brunnenkresse liebt klare, sanft fließende Gewässer, in deren Grund sich ihre Wurzeln verankern, während an den bis zu 70 cm langen Stängeln kleine, gefiederte grüne Laubblätter auf der Wasseroberfläche treiben und die Sonne suchen. In der Wahl ihres Standortes ist sie anspruchsvoll: Die Brunnenkresse stellt derart hohe Anforderungen an die Sauberkeit eines Gewässers, dass sie als offizieller Indikator für eine besonders gute Wasserqualität gelten darf. Den Blättern der Brunnenkresse ist ein scharf-würziger Geschmack eigen, der im Mund einen intensiven, leicht an Meerrettich erinnernden Nachgeschmack hinterlässt. Die pikante Würze rührt von dem in der Brunnenkresse enthaltenen Raphanol, einem Bestandteil des Senföls, her. Durch ihren scharfen Geschmack eignet sich die frische Brunnenkresse hervorragend zum Verfeinern von bunten Salaten, Suppen, Kräuterquark, Sandwiches aber auch Steaks. Sehr schmackhaft ist die Kombination von frischer Brunnenkresse mit rohem Spinat. Gut zu wissen: Zwischen Juni und September blüht die Brunnenkresse mit kleinen weißen Blüten, die Blätter werden dann lederartig und schärfer und verlieren an Saftigkeit und Frische. Daher wird empfohlen, nach der Blüte mit dem Genuss der Brunnenkresse zu warten, bis sie erneut junge Blätter ausgetrieben hat.

Anwendung in der Naturheilkunde:

In der Antike galt das Kraut nicht nur als Aphrodisiakum, sondern quasi als „Allheimittel“, in der mittelalterlichen Klostermedizin wurde die Brunnenkresse gerne bei Verdauungsproblemen
und zur Stärkung der Atmungsorgane angewandt. Die günstige Wirkung der Brunnenkresse auf den Verdauungstrakt und die Atmungsorgane wird in der Naturheilkunde auch heute gerne genutzt. Ebenso wertvoll ist das Kraut durch seinen hohen Vitamin-CGehalt, zudem enthält es neben den Vitaminen A1, B1, B2 und E zahlreiche wichtige Spurenelemente wie Eisen, Calcium, Jod und Phosphor.

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