Der im Bordelais heimische und dort 1635 erstmals urkundlich erwähnte Cabernet Franc ist eine Rebe, die kleine Trauben mit kleinen Beeren erzeugt.

In St. Emilion ist er unter dem Namen »Bouchet« bekannt. Man findet ihn unter anderem in den Reben von Madiran, wo er »Bouchy« genannt wird. Weiter im Norden, im Loiretal, in der Touraine und in Saumur wird er als »Breton« bezeichnet. Diese Rebsorte wird in der Regel in Regionen mit mildem Klima gepflanzt, da sie eine zu große Hitze schlecht verträgt. Nur unter ausgeglichenen klimatischen Bedingungen kann sie ihre Aromen und ihre Finesse voll entfalten.
Cabernet Franc-Weine haben leichte Tannine und eine ausgeprägte Frucht. Ihr Duft erinnert an Himbeeren, Beerenholz und Paprikaschoten – Eigenschaften, die den Wein relativ früh zugänglich machen. Im Bordeaux wird er vorzugsweise mit dem Cabernet Sauvignon – einem engen Verwandten des Cabernet Franc – oder dem Merlot verschnitten. Die wohl prominentesten klassischen Beispiele hierfür sind der Château Mouton-Rothschild und Château Petrus. In Spitzenweinen wie etwa dem Château Cheval Blanc ist der Cabernet Franc (mit einem Anteil von 60%) sogar die dominierende Rebsorte. Im superben Château Lafleur aus dem Pomerol ist er zu 50% präsent. Auch der weltberühmte »Super Tuscan« Solaia wird zu einem kleinen Teil mit Cabernet Franc hergestellt. Der Solaia ist beheimatet auf dem Weingut Tignanello im Herzen des italienischen
Chianti-Classico-Gebietes. Speziell bei Weinen aus Osteuropa, aber auch aus Übersee, findet man des Öfteren in der Etikettierung nur die Bezeichnung Cabernet. Dabei handelt es sich jedoch zumeist um Cabernet Franc. Reinsortig wird der Cabernet Franc an der Loire ausgebaut, beispielsweise in den Weinbaugebieten Bourgueil, Chinon oder Saumur-Champigny. Empfehlenswert ist der Chinon Les Varennes du Grand Clos von Charles Joguet, ein sortenreiner Cabernet Franc mit typischer Frucht und Würze sowie Pfefferaromen.

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