Das weltberühmte Casino im monegassischen Stadtteil Monte Carlo erlebte seit seiner Gründung Mitte des 19.Jahrhunderts eine wechselhafte Geschichte, die von großzügigen Förderern und Mäzenen ebenso geprägt war wie vom Glanz der mächtigsten Monarchen und der einflussreichsten Prominenz der Welt.

Bereits 1854 machte man sich im kleinen, dicht besiedelten Fürstentum Gedanken um neue Einnahmequellen. Bald wurde ein Casino gegründet, das aber nicht die gewünschten Gewinne abwarf. Erst als Fürst Charles III. die Casinolizenz an Francois Blanc vergab, nahm die Erfolgsgeschichte seinen Lauf: Blanc, der bereits in Bad Homburg eine äußerst erfolgreiche Spielbank gegründet hatte, erkannte sofort das Problem des Casinos. Mangelnde Verkehrsverbindungen und zu wenige Hotels waren die Ursache für das Ausbleiben der Gäste.

Mit der Gründung der noch heute bestehenden Société des Bains de Mer et du Cercle des Étrangers à Monaco (SBM) sorgte Blanc für eine neue, günstige Bahnverbindung, die das Casino florieren ließ. Bald schon war das Casino die Haupteinnahmequelle des Zwergstaates, die direkten Steuern wurden abgeschafft und der französische Stararchitekt Charles Garnier baute es 1878 zu einem Prachtstück internationalen Formats um. Der Hochadel, Großindustrielle sowie Staatsoberhäupter wie der österreichische Kaiser Franz-Joseph oder der ägyptische König Farouk zählten zu den prominenten Gästen im ausgehenden Jahrhundert.

Nachdem die Einnahmen des Casinos stark zurückgegangen waren und die Grimaldis unter Geldmangel litten, trat Gegen Ende des Ersten Weltkriegs der griechische Waffenhändler Basil Zaharoff auf den Plan. Er sicherte sich über Strohmänner große Anteile an der Société und kaufte 1923 das Casino. Die Nachkriegszeit wurde vom Griechen Aristoteles Onassis geprägt, der eine ähnliche Strategie wie Zaharoff vertrat, binnen kurzer Zeit das Casino und viele Hotels besaß und das Geschäft in Monaco wieder zu alter Blüte trieb.

Obwohl die ökonomische Bedeutung des Casinos für Monaco mittlerweile abgenommen hat, sind sein Glanz und seine kulturhistorische Ausstrahlung auch heute noch allgegenwärtig.

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