Bis 6. Januar 2019 zeigt die ALBERTINA die erste umfassende Präsentation von Claude Monet (1840–1926) seit über 20 Jahren in Österreich. Unter den 100 Gemälden finden sich bedeutende Leihgaben aus über 40 internationalen Museen und Privatsammlungen wie dem Musée d’Orsay Paris, dem Museum of Fine Arts Boston, der National Gallery London, dem National Museum of Western Art Tokio oder dem Pushkin Museum Moskau.
Mit großzügiger Unterstützung des Musée Marmottan Monet, Paris realisiert, beleuchtet die Retrospektive Monets Werdegang vom Realismus über den Impressionismus bis hin zu einer Malweise, bei der sich die Farben und das Licht allmählich vom Gegenstand lösen und das Motiv von der Naturbeobachtung unabhängig wird. Mit seinem Spätwerk bereitet Monet der Malerei des abstrakten Expressionismus den Boden.

© Musée Marmottan Monet, Paris / The Bridgeman Art Library

Claude Monet, Seerosen, 1907 (© Musée Marmottan Monet, Paris / The Bridgeman Art Library)

Monet als „Meister des Lichts“
„Ein Panorama aus Wasser und Seerosen, aus Licht und Himmel“, hielt der Sammler René Gimpel am 19. August 1910 in seinem Tagebuch fest, nachdem er im Beisein des Kunsthändlers Georges Bernheim Claude Monet in Giverny einen Besuch abgestattet und dort „ein Dutzend Leinwände, im Kreis auf den Boden gestellt, Seite an Seite, alle etwa zwei Meter lang und einen Meter zwanzig hoch“ gesehen hatte. Diese rencontre mit Claude Monet fand in einem hohen luft- und lichterfüllten Atelier statt, das der Maler auf seinem Grundstück in Giverny hatte errichten lassen, um an seinen Ideen für die sogenannten Grandes Décorations, die er dem französischen Staat zum Geschenk machte, zu arbeiten. Was Gimpel zu Gesicht bekam, waren kleinere, leicht bewegbare Leinwände, die Vorarbeiten zu diesem Unterfangen darstellten. Monet, der ursprünglich eine kreisrunde Anbringung seiner Seerosenteichbilder im Hotel Biron in Paris vorsah, hatte sie entsprechend angeordnet. Sein Plan wurde jedoch nach 1920 zugunsten einer Realisierung in Ovalräumen der Orangerie fallen gelassen.
Bei dem Bild „Der Seerosenteich“ der Sammlung Batliner in der ALBERTINA handelt es sich um eine dieser Vorarbeiten, von denen einige noch zu Monets Lebzeiten verkauft wurden. Nach dem Tod von Michel Monet, dem Sohn und Universalerben Claude Monets, erhielt die Académie des Beaux-Arts in Paris den Nachlass des Impressionisten.

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Claude Monet Seerosen, 1916-1919
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Fast 90 Gemälde, von denen Claude Monet viele wie seinen Augapfel gehütet hatte, sollten als „die größte und schönste Monet-Kollektion im Musée Marmottan untergebracht werden“: So bestimmte Michel Monet in seinem Letzten Willen. Es ist daher eine glückliche Fügung, dass die ALBERTINA im Musée Marmottan Monet einen Partner gefunden hat, der 40 seiner wunderbarsten Gemälde für diese Monet-Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Für kurze Zeit findet sich „Der Seerosenteich“ der ALBERTINA inmitten jener Bilder wieder, in deren Verbund er einst entstanden ist. Mit zwei weiteren Werken der Sammlung Batliner, die Monet in Vétheuil und Giverny malte, sowie über 50 Gemälden von rund 40 internationalen institutionellen und privaten Leihgebern zur Verfügung gestellten Werken zeichnet die Schau Monets Leben und Wirken mit üppigen und farbenfrohen, doch bisweilen auch chromatisch verblüffend zurückhaltenden Bildern nach.

© Museum of Fine Arts, Boston

Rouen Cathedral, Façade
Claude Monet (French, 1840–1926)
1894
Oil on canvas
* Juliana Cheney Edwards Collection
* Photograph © Museum of Fine Arts, Boston


Albertinaplatz 1 | 1010 Wien
T +43 (01) 534 83 0
info@albertina.at
www.albertina.at

Öffnungszeiten
Täglich 9 – 18 Uhr | Mittwoch & Freitag 9 – 21 Uhr

Bildquellen

  • claude_monet_seerosen_1907_c_musee_marmottan_monet-_paris_the_bridgeman_art_library-1: Musée Marmottan Monet, Paris / The Bridgeman Art Library
  • claude_monet_seerosen-_1916-1919_c_fondation_beyeler-_riehen-_basel-sammlung_beyeler: fondation_beyeler-_riehen-_basel-sammlung_beyeler
  • claude_monet_die_kathedrale_von_rouen_im_sonnenlicht-_1894_museum_of_fine_arts-_boston-_sammlung_juliana_cheney_edwards-_pho: Museum of Fine Arts, Boston
  • claude_monet_junge_maedchen_in_einem_boot_1887_c_tokyo-_national_museum_of_western_art: Tokyo, National Museum of Western Art
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