Was für Siegfried und Angela Rosengart bereits 1937 mit einem kleinen Stilleben von Cézanne – welches Siegfried Rosengart zunächst nicht verkaufen konnte und später aus sentimentaler Verbundenheit nicht mehr verkaufen wollte – als Privatsammlung begann, ist heute eine angesehene Sammlung von großer Bedeutsamkeit. Dieses Juwel unter den Kunstsammlungen umfasst weit über 300 Werke, welche von den Rosengarts mit viel Liebe und leidenschaftlic19her Hingabe zur Kunst gewählt wurden, was der Sammlung, ebenso wie auch die Freundschaft der Rosengarts mit mehreren der ausgestellten Künstler, eine zusätzliche besondere Note verleiht.

Picasso Portrait Angela Rosengart

 

Kunstliebhaber finden hier einzigartige Werkgruppen von Picasso, Paul Klee sowie großartige Werke von 21 weiteren Meistern des 19. und 20. Jahrhunderts, wie etwa Cézanne, Monet und Matisse. Untergebracht ist die Sammlung in dem 1924 errichteten neoklassizistischen Gebäude im Empirestil, das ehemals den Luzerner Sitz der Schweizerischen Nationalbank beherbergte.

Entstehungsgeschichte

Die Stifterin Angela Rosengart, geboren 1932 in Luzern und dort wohnhaft, ist seit 1948 aktive Kunsthändlerin. Ihr Vater, Siegfried Rosengart, war in der Kunstwelt eine hochgeachtete und geschätzte Persönlichkeit. Er führte seine Tochter schon in jungen Jahren in die subtile Welt des Kunsthandels ein und bezog sie nach 1948 verstärkt in die Auswahl der Bilder mit ein. Auch Angela Rosengarts Mutter war begeistert von Werken großer Künstler wie Renoir und Matisse, doch den kontrastreichen Schritt zu Picasso hat die Sammlung vor allem Angela Rosengart selbst zu verdanken. Im Jahr 1957 machte Siegfried seine Tochter zur Teilhaberin seiner Galerie, und indem sie Ankäufe paritätisch mitbestimmte, verlagerte sich der Schwerpunkt noch mehr von impressionistischen Werken in Richtung Klassische Moderne. Mit einigen Künstlern dieser Schwerpunkt-Stilrichtung war Angela Rosengart persönlich befreundet, vor allem mit dem großen Meister Pablo Picasso.

Das Konzentrat der künstlerischen Genealogie des 20. Jahrhunderts

So kam es, dass Angela Rosengart nicht weniger als fünf Mal von Picasso portraitiert wurde und alle Portraits heute in der Sammlung Rosengart zu bewundern sind. Durch diese Freundschaft entstand der Fokus auf Picassos Spätwerk, dessen Entstehung die Rosengarts persönlich miterlebten. Damit erkannten Siegfried und Angela Rosengart früh die zukunftsweisende Bedeutung Picassos späterer Werke, von denen zahlreiche in ihre Sammlung aufgenommen wurden. Während sich viele öffentliche Sammlungen eher auf Picassos Frühwerke, insbesondere seine Leidenschaft für den Kubismus sowie seine mittlere Schaffensphase konzentrieren, können in der Sammlung Rosengart besonders Picassos spätere Werke, die vor und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnte vor seinem Ableben entstanden, studiert werden.

Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf über hundert Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Paul Klee, welche seit den Vierzigerahren zusammengetragen wurden. Die erste Zeichnung erwarb Angela Rosengart im Alter von siebzehn Jahren, und die daraus gewachsene Sammlung bietet heute einen unikalen sowie lückenlosen Überblick über alle Schaffensperioden des Künstlers.

Neben diesen Schwerpunkten finden sich viele weitere Werke aus der Klassischen Moderne, welche die besonderen Vorlieben der Rosengarts widerspiegeln. Neben dem größten und weltweit einzigartigen Gemälde von Fernand Léger aus der 1913 entstandenen Serie „Contraste de formes“ reihen sich Meisterstücke wie kubistische Hauptwerke von Georges Braque, ein eklatantes Stilleben von Henri Matisse, die betörende „Tänzerin“ von Joan Miró oder diverse Werke von Cézanne – um nur einige zu akzentuieren.

Die großartigen Kunstwerke, die der Öffentlichkeit nun seit 2002 zugänglich sind, reflektieren zugleich das sehr innige Verhältnis zwischen Sammler und Künstler. Das tiefgreifende Gefühl für besondere Werke, das Tochter und Vater gleichermaßen an den Tag legten, macht die Sammlung Rosengart zu einem einzigartigen Erlebnis.

ADRESSE

Museum Sammlung Rosengart
Pilatustraße 10
CH-6003 Luzern
info@rosengart.ch 
http://www.rosengart.ch

Geöffnet
Apr.-Okt.: Mo-So 10-18
Nov.-Mär.: Mo-So 11-17

Bildquellen

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