Edelwässer: „Das Wasser ist die archê aller Dinge“

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„Das Wasser ist die archê aller Dinge.“ Mit dieser Aussage des Thales von Milet (6. Jh. v. Chr.) zum Ursprung alles Seienden beginnt die abendländische Philosophie. Etymologisch betrachtet ist das deutsche Wort Wasser auf eine sehr alte Bildung zurückzuführen – es leitet sich vom althochdeutschen „wazzar“ (das Feuchte, Fließende) ab. Das indogermanische Wort „watar“ ist bereits im Hethitischen des 3. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung belegt. Auch das altgriechische Wort „hydor“ (hydatos), von dem sich alle Fremdwörter mit dem Wortbestandteil „hydro“ ableiten, gehört zu dieser Familie.

@Iskilde Wasser

Wasser zählt zu den ersten Philosophemen und verfügt über zahlreiche Bedeutungsebenen, in denen die Seinsweise des Wandels betrachtet wird. Man suchte diese jenseits der rational-begrifflichen Denkweise im mythisch-bildhaften Raum zu fassen. So spiegelt sich die grundlegende Bedeutsamkeit des Wassers in zahlreichen Metaphern wider, wie etwa in der „Quelle der Wahrheit“, dem „Fluss der Zeit“ oder dem „Meer des Wissens“. Für Thales, den Begründer der ionischen Naturphilosophie, war Wasser die Grundsubstanz alles Existierenden. Alles sei von dem Geist der Götter durchdrungen und damit auch beseelt. In der von Empedokles eingeführten und dann in erster Linie von Aristoteles vertretenen Vier-Elemente-Lehre zählte Wasser neben Feuer, Luft und Erde zu den Grundelementen. Ebenso ist es in der taoistischen Fünf-Elemente-Lehre (neben Holz, Feuer, Erde, Metall) vertreten, die die verschiedenen Wandlungsaspekte eines zyklischen Prozesses anspricht.

Lebenselixier Wasser

Fine Wasser© Eau Finé

@Fine Wasser

Viele Märchen aus dem Märchenschatz der Völker handeln vom „Wasser des Lebens“, welches die Kraft besitzt, Tote ins Leben zurückzuführen oder Sterbenskranke wieder zu erquicken. „Die Quelle in diesem Garten heilt alle Krankheiten“ heißt es z.B. in einem Märchen aus Schrattental von Th. Vernaleken. Vom Siechtum befreiende Lebenswässer finden sich in zahlreichen Kinder- und Hausmärchen wieder, sie sind beliebter Bestandteil der Grimm‘schen Märchensammlung, und wenn man gen Orient blickt, wird man sogleich in der Geschichte „Die beiden neidischen Schwestern“ aus ‚1001 Nacht’ fündig. Mag auch in der Realität der Wert vieler sogenannter „Wunderquellen“ zweifelhaft sein, ist ein Aspekt unbestreitbar: Wasser ermöglicht und erhält Lebensprozesse. Nicht nur mengenmäßig ist Wasser unser wichtigstes, täglich zugeführtes Nahrungsmittel. Ohne Wasserzufuhr kann der Mensch nur wenige Tage überleben. Flüssigkeitsdefizite können die Entstehung von Harnwegserkrankungen begünstigen. Dabei ist Wasser weitaus mehr als nur H2O. Die in Wässern vorkommenden Mineralstoffe weisen eine hohe Bioverfügbarkeit auf. Für den Körper ist Wasser ein unverzichtbarer Partner für sämtliche Stoffwechselvorgänge, der Stoffwechselabfälle aus dem Körper transportiert. Es hat eine essentielle Bedeutung als Lösungs- und Reinigungsmittel, als Temperaturregler, Element biochemischer Reaktionen und nicht zuletzt als Baustoff. Daher sollte man gerade bei einem solchen grundlegenden Lebensmittel keine Kompromisse eingehen und nur Wasser allerbester Qualität verwenden, weil es in seiner reinsten Form seine Aufgaben am besten erfüllt. In den letzten 30 Jahren haben die Deutschen ihren Trinkwasserkonsum um das Zehnfache gesteigert. Die empfohlene Trinkmenge von 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht beläuft sich bei einem 70 kg schweren Menschen auf rund 2,1 Liter pro Tag.

Mineralrausch

@Cloudjuice Wasser

Weltweit werden nahezu 3000 Sorten Wasser angeboten, etwa norwegisches Fjordwasser, Quellwasser aus den Highlands, Wasser aus dem Binnenland Japans. Eine exotische Vielfalt an solchen Edelwässern findet man unter anderem im Pariser Shop „Colette“ an der Rue St. Honoré, der rund 90 verschiedene Wassersorten anbietet, oder man entdeckt sie in den erlesenen „Wasserkarten“ des Hotel Adlon in Berlin oder des Hotel Atlantic in Hamburg. In Europa haben Wässer mit hohen Mineralstoffgehalten eine lange Tradition. Schon die Römer liebten diese und karrten vor allem Wasser aus dem an Quellen reichen Germanien direkt nach Rom. Wegen des aufwendigen und langen Transportweges waren die Preise für Mineralwasser bis ins 19. Jahrhundert sehr hoch, und das Getränk war somit als Genussmittel nur der Oberschicht vorbehalten. Mineralwasser ist das qualitativ hochwertigste unter allen Wässern, da es meist einen langen Weg durch die verschiedenen Gesteinsarten hinter sich hat. Mit gut 120 Litern pro Jahr und Bundesbürger ist es der absolute Favorit unter den Wässern. Allein in Deutschland gibt es zirka 500 verschiedene Mineralwässer, deren Qualität über die Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) kontrolliert wird. Mineralstoffe unterstützen den Körper dabei, die den körpereigenen Stoffwechsel auszubalancieren. Diese Balance ist entscheidend für die Funktion des Zellstoffwechsels.

Genusswelt Wasser

@Fillico Wasser

Wasser mit nur sehr schwachem Kohlensäurezusatz oder dezentem Anteil an Quellkohlensäure ist ein bevorzugter Begleiter beim Genuss eines Espressos oder Rot- bzw. Weißweins. Vor allem Menschen, die von säurebedingten Beschwerden geplagt werden, da sie die Weinsäure oder die Gerbsäure im Kaffee nicht vertragen, finden so einen perfekten Ausgleich. Das Wasser sorgt für das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht im Organismus. Wasser verfügt auch über eine geschmacksintensivierende Eigenschaft. Der Whiskeykenner träufelt gerne ein paar Tropfen Edelwasser in seinen Single Malt, um dessen Charakter gänzlich zur Entfaltung zu bringen. Beim Weingenuss vermag ein entsprechendes Mineralwasser die Entfaltung der Wein-Aromen zu unterstützen. Wenn das ausgewogen mineralisierte Wasser neutralen Charakters und auf die Tannin- und Säurestruktur des Weines abgestimmt ist, erweist es sich als ein idealer Begleiter, der Zunge und Gaumen zu erfreuen vermag. (pb)

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