Im Dialog mit Dr. Reto Cina – CEO der Oettinger Davidoff Group

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G+F, Dr. Onur: Man verbindet Davidoff mit einer exzellenten Qualitätspolitik. Welche Qualitätskultur prägt das Understatement der Oettinger Davidoff Group?

Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group

Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group

Dr. Reto Cina: Eine derartige Qualitätskultur, wie Sie das nennen, kann man nicht von oben nach unten diktieren. Sie wird nur dann erreicht, wenn über viele Jahre hinweg das ganze Unternehmen diese Kultur, das Bewusstsein hierfür regelrecht inhaliert und sich in seinem Verhalten auch danach richtet. Das beginnt bereits bei der Produktion bzw. einer Stufe davor, wenn es nämlich darum geht, den entsprechenden Tabaksamen auszulesen, das Saatgut und die Felder vorzubereiten, damit der gesamte Wachstumsprozess zu exakt jenem Resultat führt, das man erwartet. Es betrifft alle Etappen: von der Aussaat über die Ernte und Fermentierung bis hin zum Rollen der Cigarre – zahlreiche Prozesse, die durchlaufen werden müssen, um schlussendlich eine fertige Zigarre in der Hand zu halten. Dies ist jedoch nur eine Seite der Geschichte – andere machen das ähnlich. Worin wir uns allerdings von den anderen deutlich unterscheiden, ist folgender Punkt: Vom ersten Moment an bis zur fertigen Zigarre machen wir alles in eigener Regie. Wir sind die Einzigen, die beispielsweise die Tabaksetzlinge selber produzieren.

Dadurch, dass alles in einer Hand ist, kann über Jahre hinweg die hohe Qualität gesichert werden. Und exakt jene Kontinuität, die hohe Qualität zu halten, die unsere Zigarren auszeichnet, zählt zum herausragenden Merkmal von Davidoff. Diese Konstanz im Rauchgenuss ist wirklich einmalig, und nur deshalb möglich, weil wir sämtliche Tabake qualifizieren. Wenn nun eine Komponente aus einer Mischung ausgeht, wissen wir exakt, wie diese zu ersetzen ist, um dieses immer gleichbleibende Geschmacksempfinden beim Rauchen einer ganz bestimmten Zigarre garantieren zu können. In der Produktion gelingt es uns immer wieder, überraschende Zigarren zu mischen, von deren besonderen Geschmack auch der Neukunde sichtlich angetan ist. Der Aspekt hoher Qualität setzt sich auch im Vertrieb fort. Hierbei legen wir großen Wert darauf, dass die Zigarre in einem Umfeld präsentiert wird, dessen Image dem Standard der Davidoff Zigarre entspricht.

G+F, Dr. Onur: Welches Credo, welche Leitgedanken und Visionen pflegen sie als führende Persönlichkeit des Unternehmens?

Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group

Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group

Dr. Reto Cina: Im Grunde gilt bei mir folgender schlichte Grundsatz: Das, was du von den anderen forderst, musst du selbst vorleben. Wenn man dieser Haltung Folge leistet, erspart man sich jegliche Diskussion. Ein anderer Charakterzug ist meine Hartnäckigkeit. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich dies auch bis zum Ende durch. In aller Regel zahlt sich diese Haltung aus, da Ihr Gegenüber zu spüren bekommt, dass man von seiner Sache von Grund auf überzeugt ist. Neben dieser Form der Hartnäckigkeit, sollte man auch ein hohes Maß an Be­­­­­­­g­­eiste­rung­ mitbringen. Ich meine dies nicht im Sinne von sturer Rechthaberei – es geht darum, sich mit Begeisterung einem Ziel zu nähern. Und wenn eben diese beiden Momente zusammenwirken, erreicht man auch seine unternehmerischen Ziele.

G+F, Dr. Onur: Wenden wir uns der Davidoff Tour Gastronomique zu – der symbiotischen Zusammenführung von erlesener Rauchkultur mit der gehobenen Gourmetküche. Welche Intention lag diesem ganzen Vorhaben zu Grunde?

Oettinger Davidoff Group Zigarren

Oettinger Davidoff Group Zigarren

Dr. Reto Cina: Ursprünglich ist die Idee 2001 in Frankreich entstanden. Nicht von ungefähr kam das Projekt hier zur Welt – schließlich verfügt die gehobene Cuisine Frankreichs über eine längere Tradition als in vielen anderen Ländern, in denen erst in jüngerer Zeit ein breiteres Bewusstsein – sich genussvoll zu ernähren – aufgekommen ist. In der Regel nimmt sich der Genussraucher der Zigarre nach dem Essen an. Als es in Frankreich wunderbar funktionierte, haben wir die Tour in der Schweiz fortgesetzt, was auf Anhieb hervorragend angenommen wurde. Und jetzt sind wir bereits im zweiten Jahr in Deutschland und überaus glücklich von der offensichtlichen Vermählung von Spitzengastronomie und Genussrauchen. Es scheint schlicht und einfach ein Grundbedürfnis zu sein, dem man durch die vehementen Verbote einfach nicht mehr nach­gehen kann. Ich bin mir sicher, dass wir hier durch die Kombination mit Davidoff Lounges eine wichtige Plattform für Genussraucher schaffen, die sich einer immer stärker werdenden Nachfrage erfreuen. Es gibt hier nur zwei Optionen: Entweder geben die Leute unter dem Druck der Verbote auf, weil ihnen dieser Druck einfach zu lästig ist oder sie trotzen diesem Prozess und pflegen ihren Rauchgenuss gezielt in jenen Restaurants sowie Hotels, die diese Möglichkeiten auch anbieten. Exakt in diesem Punkt sehen wir einen zusätzlichen USP für unsere Marke. Neben der bekannten Davidoff-Qualität in einem Umfeld rauchen zu können, das mit dem Etikett Davidoff versehen ist.

G+F, Dr. Onur: Gibt es abgesehen von der Davidoff Tour Gastronomique weitere innovative Projekte, genussorientierte Gleichgesinnte zusammen zu führen?

Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group

Dr. Reto Cina, CEO der Oettinger Davidoff Group

Dr. Reto Cina: Das haben wir sicherlich, aber es handelt sich dabei um eine Sonderform. In der Schweiz führen wir beispielsweise seit drei Jahren das ‚Davidoff-Schiff‘ auf dem Zürichsee. Wir bieten auf dem Schiff unter dem Motto „Smoke on the Water“ Cigarrenabende an und pflegen auch Davidoff Tour Gastronomique-Abende. Darüber hinaus steht das Schiff auch für private Anlässe und Unternehmen zur Verfügung, welche das Schiff gemeinsam mit einem Schweizer Caterer mieten können. Es ist eine perfekte Kombination, die sehr gerne wahrgenommen wird. Das sprunghafte Ansteigen der Nachfrage nach solchen Genuss-Oasen in letzter Zeit ist ein deutlicher Hinweis, dass Nischen gesucht werden, in denen man das Genussrauchen noch pflegen kann, das in der normalen Gastronomie nicht mehr möglich ist.

 

Bilder: Oettinger Davidoff Group

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