Schon die Römer schätzten die heilenden Thermalquellen der Insel, deren Temperatur bis zu 80 Grad erreichen kann. Aus vielen Gesteinsspalten und selbst am Strand treten heiße Dämpfe aus dem Boden und verströmen den Geruch des Erdinneren. Die Phlegräischen Felder – die verbrannten Felder – galten in der griechischen Mythologie als Eingangsbereich zur Unterwelt.

Entstehung der Vulkaninsel

Ischia - Leuchtturm

Ischia – Leuchtturm

Die an erdgeschichtlichen Maßstäben gemessen junge Insel entstand durch eine reiche Vulkantätigkeit, die vor einigen hunderttausend Jahren begann und bis etwa 10000 v. Chr. andauerte. Bis heute erinnert der 787 m hoch aus dem Meer ragende pyramidenförmige Epomeo, der höchste Gipfel in der Mitte der kleinen Insel, mitsamt den erkalteten Lavaströmen, Schlackewällen, den heißen Quellen und den Fumarolen (Erdspalten, aus denen heiße Gase strömen) an ihren vulkanischen Ursprung. Fossilien in den Sedimenten zeugen deutlich sichtbar davon, wie sich die Insel aus dem Meer erhoben hat.

Vulkantätigkeit

Die Vulkantätigkeit ist allerdings zum Erliegen gekommen. die letzte stärkere Eruption ereignete sich im Jahre 1301. Die ersten Menschen besiedelten die Insel schon bald nach deren vulkanischer Entstehung: Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit und die Reste dörflicher Siedlungen aus der Bronzezeit belegen
die lange Siedlungsgeschichte. Die ersten Handelsbeziehungen zu den Mykenern wurden schon auf das 14. Jahrhundert v. Chr. datiert. Seit der Steinzeit wurde die Insel immer wieder von heftigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht, die ihr Gesicht teilweise schwerwiegend umformten. So berichtet der römische Historiker Plinius d. Ä. von der Aussprengung eines Vulkankraters an der Stelle des heutigen Stadthafens Ischia Porto, wo einst eine griechische Siedlung bestanden hatte. Die Stadt sei vom Erdboden verschwunden und an ihrer Stelle ein See entstanden. Die im Jahre 1853 auf Veranlassung des Königs von Neapel erfolgte Öffnung des Sees zum Meer bildete die Grundlage des heutigen Hafens, der aus wirtschaftlichen Gründen dringend benötigt wurde.

Grüne Insel

Ischia

Ischia

Ischia, die so vom Feuer Gezeichnete, ist zum Ausgleich mit einer üppigen Vegetation – man nennt sie auch „Grüne Insel“ – und unerschöpflichen Thermalquellen gesegnet. Ein Gemisch aus Regen und Meerwasser versickert in den kilometerdicken Vulkangesteinen der Insel, reichert sich mit Mineralien wieder an und dringt im besten Fall stark erhitzt wieder an die Oberfläche. Sprudelten die Quellen in der Antike und im Mittelalter noch für jeden frei zugänglich, so findet man heute nur noch an wenigen Stellen am Strand Fumarolen. Heute sind die meisten Quellen in die unzähligen Bäderlandschaften und Thermalgärten einbezogen. Dort wachsen exotische Pflanzen und Blumen neben Oliven-und Zitronenbäumen, während sich das Mineralwasser unterschiedlichster Temperatur in großen Becken sammelt.

Ischia - Hibiskus

Ischia – Hibiskus

Tourismus

Ein großer Teil der Urlauber auf der Insel sind deutsche und nordeuropäische Kurgäste, die Jahr für Jahr wiederkehren. Nur in den Sommermonaten mischen sich viele Italiener vom Festland unter die Inselbewohner Der Tourismus hat jedoch den pittoresken Fischerdörfern, in denen sich die kleinen Häuser um den Hafen drängen, nichts von ihrem Reiz genommen; und oben auf den Bergen verläuft das traditionelle bäuerliche Leben nahezu unbeeinflusst. Die Bergdörfer am Südhang des zentralen Inselberges Epomeo liegen alle an der einen Hauptstraße, die rings um die Insel führt und sich besonders hier durch schroffe Täler und Schluchten windet, wobei sich atemberaubende Ausblicke eröffnen. Auf dieser Seite flossen die stärksten Lavaströme vom feuerspeienden Vulkankrater hinab ins Meer und schufen durch mächtige Schlackeablagerungen einzigartige Voraussetzungen für die Entstehung von Thermalquellen, die an dieser Bergseite besonders häufig sind und bis an den Maronti-Strand reichen.

Empfehlenswerte Aktivitäten

Ischia - Hafen

Ischia – Hafen

Von den ursprünglichen Dörfern aus ist aber auch der Aufstieg zum Gipfel des Epomeo möglich, eine der beeindruckendsten Wanderungen auf der Insel. Das Ringsum-Panorama auf dem Gipfel lässt erahnen, unter welchen Bedingungen die Einsiedler, die seit dem 15. Jahrhundert hier ansässig waren, lebten. Einige Stellen der Insel sind nur mit dem Boot zu erreichen, wie etwa kleine Restaurants an der zerklüfteten Küste. Überhaupt empfiehlt es sich, die Insel auch vom Wasser her zu betrachten, denn nur so sind die von den Lavaströmen geprägten kühnen Formen richtig zu erfassen. Eines der Schmuckstücke Ischias ist das nur über eine Brücke zu erreichende Schloss der Aragonen in Ischia Ponte: Ein Konglomerat unterschiedlichster Gebäude und Stilrichtungen rund um die Kathedrale Mariae Himmelfahrt aus dem 14. Jahrhundert, umschlossen durch eine alte Festungsmauer. Gegenüber drängen sich gleich einer Kette aus lauter kleinen Schachteln bunte Häuser an der Wasserkante – das Gegenstück sind die davor liegenden hölzernen Fischerboote, die sich allabendlich beleuchtet auf ihre Fahrt begeben.

Lange Tradition des Reisens

Das Reisen auf nach Ischia hat eine lange Tradition: Vor allem im 19. Jahrhundert zog es viele Dichter und Geistesgrößen auf die Insel, so verbrachten u.a. Johann Joachim Winckelmann 1764, Wilhelm von Humboldt 1827, Hans Christian Andersen 1834, 1841 und 1846, Marc Twain 1867 und Guy der Maupassant 1885 einige Monate auf Ischia. Henrik Ibsen schrieb hier 1867 im Sommer an seinem Peer Gynt und Ingeborg Bachmann lebte im Spätsommer 1953 auf der Insel, um mit dem Komponisten Hans Werner Henze zusammenzuarbeiten. Die Reisenden auf Winckelmanns und Goethes Spuren besuchten Italien aber nicht ausschließlich seiner äußeren Reize wegen, sondern ihr Ziel war die Intensivierung des Fühlens, die Ausbildung des Kunstverstandes und die Erhöhung des eigenen Lebens; kurz: die Bildung ihres Selbst. (rp)

Maronti-Strand

Der schönste Strand der Insel ist nur per Boot oder über eine steile Zufahrtsstraße zu erreichen, von der aus man schon von oben einen herrlichen Blick über die etwa 2 km lange Sandfläche aus Vulkangestein hat. Die Südlage, das glasklare Wasser und die untermeerischen Thermalquellen bieten die Voraussetzungen für
ein unvergessliches Badevergnügen.

Tuffsteinhäuser

Ein Kuriosum der Inselarchitektur sind die in den Tuff der von den Bergen gerollten riesigen Steinbrocken gehauenen Häuser. Eine unter normalen Bedingungen kaum lösbare Aufgabe wurde hier durch die relativ weichen Steine erleichtert, und so konnte eine Reihe bemerkenswerter monolithischer „Bauwerke“ entstehen, die Troglodytenhäuser. Die schönsten Exemplare finden sich oberhalb von Forio und Ciglio an der Südwestseite des Epomeo. Bis heute ist Tuff ein begehrter Baustoff, der sogar vom Festland importiert wird. Die meisten Keller auf der Insel – für die Weinbauern die wichtigsten Räume eines Hauses – sind in den Stein gehauen, wodurch für ein erstklassiges Klima gesorgt ist.

Links

www.enit.it
Seite der Italienischen Zentrale für Tourismus

www.ischia.com
Nützliche Infos zu Hotels und Fähren

www.ischiaonline.it
umfangreiche Site zur Hotelsuche

www.pithecusa.com
vielseitige Infos und Fotogalerien

Fotos: © GF-Luxury

Share.

Leave A Reply