Der auch als Gurkenkraut bekannte Dill ist eine einjährige Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Doldengewächse. Der Dolde verdankt er vermutlich auch seinen Namen: „Dolde“ und „Dill“ werden als etymologisch verwandt betrachtet. Eine andere Erklärung des Namens beruht auf seiner Wirkung: Das altnordische dilla heißt beruhigen; Dill hilft bei Krämpfen und Verdauungsschwierigkeiten. Geschmacklich aufschlussreicher ist die lateinische Bezeichnung graveolens, die von der starken olfaktorischen Wirkung kündet, die die ganze Pflanze umgibt. Heimisch war sie einst im Mittelmeerraum und Asien, doch seit der Zeitenwende fand sie ihren Weg in den Norden, wo sie begeistert in der Küche aufgenommen und auch in der Mythologie erwähnt wurde.

Im Südeuropa fristet sie heute ein Dasein als Unkraut in Getreidefeldern; im Norden Europas gedeiht Dill so gut, dass er schon fast Teil der Nationalküchen geworden ist. Die ältesten Zeugnisse der Dillverwendung stammen aus dem Zweistromland um 3000 v. Chr. und auch den Ägyptern war Dill als Kulturpflanze bekannt. Vergil beschreibt duftende Kränze aus blühenden Dillpflanzen und Plinius warnte vor allzu reichlichem Genuss, da dies nicht gut für die Augen sei. Trotz allem verbreiteten Benediktinermönche das Kraut im Laufe der Zeit in ganz Europa und Karl der Große ordnete sogar seinen Anbau an. Die besondere Bedeutung des Dills in Nordeuropa und Russland gründet sich auf sein erstaunliches Gedeihen in kühleren Breiten. So überrascht auch die mythologische Überformung in Skandinavien nicht, die dem Dill seit dem Mittelalter Kräfte zuschreibt, die Gewitter und Hexen zu bändigen vermögen. Dies mag auch einer der Gründe dafür sein, weshalb Fischsoßen und Krustentiere in nördlichen Gefilden unbedingt nach einer Dillwürzung verlangen. Die Dillpflanzen werden einen Meter hoch, haben einen glatten Stengel und aromatische feingliedrig-fiederschnittige Blätter, die am besten frisch zu verwenden sind. Die getrockneten reifen Früchte – der Dillsamen – können für die Heilkunst verarbeitet werden oder direkt in der Küche ganz oder gemahlen der geschmacklichen Abrundung von Suppen, Fisch, Gewürzgurken oder Gebäck und Brot dienen. Auch für die Herstellung von Kräuteressig ist der Dill unentbehrlich. Das geschmacklich an Kümmel, Anis und Fenchel erinnernde Gewächs hat ein unvergleichlich würzig-frisches Aroma.

Medizinische Anwendung: Dill hilft bei Krämpfen, Leber- und Gallenwegserkrankungen. Er wirkt allgemein entspannend, beruhigt die Verdauung und den Magen; er regt den Milchfluss in der Stillzeit an und hilft gleichzeitig, Koliken bei Babys zu vermeiden.

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