Mercedes Benz Fashion Week – Marc Jacobs überzeugt mit moderner Rave Fashion

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Zur neuen Kollektion legte Marc Jacobs seine junge Linie und damit auch seinen finanziell erfolgreichsten Firmenzweig in die Hände des Londoner Profi-Designduos Luella Bartley und Katie Hillier, die vermutlich mit mutigen und erfrischenden Looks und Kombinationen an den bisherigen Erfolg des Brands anknüpfen können.

@ Marc Jacobs

Die verantwortlichen Designer der jungen Linie der LVMH-Tochter „Marc Jacobs“,in Fachkreisen gerne mit dem Tag MbMJ ( Marc by Marc Jacobs) versehen, haben sich in ihrer neuen Ready-to-Wear-Collection an die eigene Jugend erinnert und sich am Stile von Anfang-90er-Jahre-Rave-Parties orientiert. Bereits am Styling der Fashion Show auf der Mercedes Benz Fashion Week letzte Woche, sollte Besuchern dank der Rahmenbedingungen direkt klar werden, in welche stilistische Richtung es gehen soll und so ließen Luella Bartley und Katie Hillier die Bühne ihrer Präsentation mit riesigen schwarzen Lautsprechern, die wie Altäre gestapelt waren und Licht, dass sich aus künstlichen Neon-Leuchten ergoss, wie einen riesigen Rave-Tempel erscheinen. Rave zum modischen Revival wiedererweckt, sollte das Credo der Vorführung werden. Die Designerinnen, früher selbst begeisterte Londoner Rave Szenegänger, widmeten ihre gemeinsame, klar definierte Kollektion damit einer bunten Hard-Core-Partykultur mit ekstatischem Tanzstil.

@ Marc Jacobs

Ebenso wie der Rave, fiel dann die Kollektion aus:

Diese ist rasend, schwärmend und tobend und damit genau in der Tradition einst definierter Begrifflichkeiten des Raves. Einfach fantastisch im wörtlichsten Sinne. Der Optimismus und Idealismus, das Gefühl der Gemeinschaft welches aus diesen aufregenden Tagen bekannt ist, war somit direkt zu spüren, als die ersten modernen Schöpfungen in gerade soviel Plastik wie nötig, um die Kollektion authentisch zu halten in überraschend dezenten aber doch passenden Farben über den Laufsteg flanierten. Mit großer Kunst und ein wenig Künstlichkeit und ohne sich großen Übertreibungen hinzugeben, wirkte die junge Mode des Labels mit zahlreichen Schals, hautengen Latexleggins und Capelets ausgarniert und begradigt. Auf diese Weise anspruchsvoll farbig wirken die Kreationen alle chic, allerdings ganz ohne psychedelische Farbverirrungen in Kauf nehmen zu müssen.
Der tosende Applaus schien dies zu bestätigen und bedeutete wohl, dass der Funken von Models mit Stirnbändern und Krankenschwesterstrümpfen in verdrehten, überdimensionierten Polka-Dot Bikinis die sich über frühlingshafte Stoffe in Form von Kleidern und Crop Tops erstreckten, auf Zuschauer und Fachpublikum übergesprungen sein musste. Sicher war dies allerdings auch zu einem Teil der stimmigen Inszenierung geschuldet, die mit passender Musik à la Clockwork-Orange-Soundtrack und analog zum Thema gestylten und frisierten Models an Attraktivität gewann.
Fast schon traditionell der Marc Linie von Marc Jacobs die zur Kollektion gehörenden T-Shirts, deren Motive diesmal von „Ninja Frauen“ über die „okulte Geometrie“ geheimer Organisationen bis hin zu dem Ausruf nach einem „New World System“ reichten und damit wunderbar zur revolutionären Stimmung der anderen Kreationen passten.
So konnten sich das Designerinnen Duo am Ende einer gelungenen Show feiern lassen und avancierte damit zu einer der bisher größten positiven Überraschungen der New Yorker Mode-Woche. (rh)

Ganze Show auf www.marcjacobs.com

Bildquellen

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