Oberpollinger in München – Die Geschichte des traditionsreichen Warenhauses

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Oberpollinger – Das sind sieben Etagen pure Einkaufskultur

Nicht nur der Standort am Karlstor war perfekt – direkt in der Fußgängerzone verfügt der Oberpollinger über eine der begehrtesten Lagen in der bayrischen Metropole. Ebenso war die Kauflust der Münchner geweckt, da es in unmittelbarer Nähe keine ernste Konkurrenz gab.

Günstiger hätten die Umstände für den Oberpollinger nicht sein können. Unter Aufsicht einer Künstlerkommission wird in nur 22 Monaten ein Gesamtkunstwerk im Renaissancestil erschaffen, das mit einem imposanten Lichthof und Lifts für Kunden, Lieferanten und Personal neue Maßstäbe setzt. Begeistert feiert man am 15. März 1905 die Eröffnung. Heute zählt der Oberpollinger mit 35.000 qm Verkaufsfläche verteilt auf sieben Etagen zu den größten Departmentstores Europas.

Oberpollinger in München

Oberpollinger in München

Nach dem Vorbild der exklusiven Warentempel von London und Paris bietet der Oberpollinger neben einem erlesenen Sortiment den damaligen Luxus – ein exquisites Teezimmer, ein elegantes Reisebüro und öffentliche Telefonkabinen. Als sich die Besitzer Emden & Söhne 1927 aus München zurückziehen, übernimmt Rudolph Karstadt das Warenhaus. Der Oberpollinger bedeutet für ihn einen Lebenstraum. Mit

viertausend Lichtern lässt Karstadt sein neues Haus im Dunkeln erstrahlen und führt eine kaufmännische Neuerung ein: Mit seinem damals revolutionären Geschäftsmodell – niedrige Festpreise und Barzahlung statt Feilschen und Anschreiben – boomt der Oberpollinger. Mit immer neuen Anreizen wie Sonderverkäufen, Modenschauen oder aufwendigen Schaufensterdekorationen lockt der Oberpollinger seine Kunden stetig an, aber er bietet nicht nur Warenvielfalt, sondern auch Beständigkeit und Vertrauen. Denn auch das suchen die Menschen vor und besonders nach den Weltkriegen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts baut der Oberpollinger sein Angebot kontinuierlich aus und wird zu einer der wichtigsten Einkaufsadressen in München und Umgebung. Im neuen Look und nach dem Vorbild des legendären Flaggschiffs KaDeWe präsentiert der Oberpollinger heute internationale Luxus-Marken im Fashion Bereich auf drei Etagen. Mit diesem Premium-Upgrade und der vorangegangenen Neugestaltung der Beauty Abteilung etabliert sich der Oberpollinger als Mitglied der Karstadt Premium Group. Im Herbst 2008 folgte die Umgestaltung des gesamten Erdgeschosses, Teile des Untergeschosses und der 4. Etage nach Muster des KaDeWe der Neuausrichtung in aller Konsequenz.

Der moderne Departmentstore des 21. Jahrhunderts

Als glänzendes Bauwerk, „durch das der Atem der großen weiten Welt weht,“ wurde der Prachtbau mit seinen drei ansteigenden Giebeln und dem glasüberdachten Lichthof 1905 von der Presse beschrieben. Wie in London und Paris wurden die Waren hinter großen Fensterfronten präsentiert. Schon rein äußerlich ließ der Oberpollinger immer sein hohes Niveau erkennen. Die zahlreichen Aus- und Umbauten in der über 100-jährigen Geschichte gaben dem Haus auch im Innern immer einen modernen, hochwertigen Stil. Heute wird in München gezeigt, wie Shopping im 21. Jahrhundert aussehen kann – das Traditionshaus

verwandelte sich in einen visionären und offen gestalteten Departmentstore, dessen exklusiver Charakter verbindet sich mit urbanem Lifestyle.

Historische Chronik des Oberpollinger

14. April 1903 Start des aufwändigen Baus, der mit einem glasüberdachten Lichthof und Lifts für Kunden und Personal neue Maßstäbe setzt.

15. März 1905 Mit der Eröffnung des Warenhauses OBERPOLLINGER nimmt die hanseatische Kaufmannsfamilie Emden & Söhne ganz München für sich ein. Kunden und Presse sind von dem luxuriösen Warenhaus begeistert, durch das laut Münchner Neuesten Nachrichten der „Atem der großen weiten Welt weht.“ Das Warenhaus entwickelt sich zum Publikumsmagneten. Angezogen von der feinen Auswahl der Waren, einem Teezimmer, einem Reisebüro und öffentlichen Telefonkabinen wird das Haus ein beliebtes Ausflugsziel für die Münchner.

8. Januar 1927 Für drei Millionen Reichsmark übernimmt Rudolph Karstadt den Oberpollinger. Mit seinem damals revolutionären Geschäftsmodell – niedrige Festpreise und Barzahlung statt Feilschen und Anschreiben – boomt der Oberpollinger.

In den 1930 und 1940er Jahren setzt Adolf Hitler alles daran, Deutschlands schöne, große Warenhäuser in den Ruin zu treiben. Sie werden als Prototypen „wurzellosen kapitalistischen Gewinnstrebens“ in die NS-Ideologie eingebunden. Es wird zum Boykott gegen die Warenhäuser aufgerufen und der Handlungsspielraum der geächteten Unternehmer stark eingeschränkt.

Januar 1945 In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar brennt das Gebäude bis auf die Kellerräume aus. Was an Waren und Inventar übrig bleibt, wird geplündert. Auch der Keller wird in Brand gesteckt.

1947 Im Oberpollinger sind inzwischen 600 qm der Verkaufsfläche im Erdgeschoss wiederhergestellt.

1954 Das Haus bricht auf in eine neue Epoche seiner Geschichte: Der Oberpollinger ist wieder vollständig aufgebaut und feiert die Wiedereröffnung in neuer, alter Eleganz. In den modernen Räumen sind jetzt rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zur Vorkriegszeit wurde das Angebot erheblich erweitert. Man feiert den Oberpollinger als „Versorgungsstätte für Stadt und Land, für Qualitätsware zu niedrigen Preisen.“

1972 Pünktlich zu den Olympischen Spielen präsentiert München den internationalen Besuchern seine neue Fußgängerzone – eine Prachtmeile zwischen Marienplatz und Stachus inmitten von Baudenkmälern, Brunnen, Cafés, Restaurants und der historischen Fassade des Oberpollinger.

2003 Start des Umbaus mit umfassenden Modernisierungsmaßnahmen. Die Londoner Architekten Virgil & Stone verwandeln das Traditionshaus visionär und offen und prägen den exklusiven Charakter mit urbanem Lifestyle. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro.

2006 Der Oberpollinger im neuen Look: „Shopping de Luxe“ auf sieben Etagen und 35.000 qm: Als herausragende Premium-Bereiche des Oberpollinger haben sich das Beauty Department mit Beauty Lounges im Erdgeschoss, die Lingerie-Abteilung in der zweiten Etage und die Restaurantetage positioniert.

September 2007 Neufirmierung: Karstadt Oberpollinger wird Oberpollinger. Nach dem Vorbild des legendären Flaggschiffs KaDeWe in Berlin richtet sich der Münchner Oberpollinger in allen Segmenten an den höchsten Ansprüchen seiner nationalen und internationalen Kunden aus und folgt konsequent seiner Neuausrichtung zum Karstadt Premium-Haus.

März 2008 Neueröffnung der Fashion-Abteilungen. Am 27. März feiert das Premium-Haus seinen neuen 15.000 qm großen Fashion Bereich mit drei Etagen Women’s Wear, Men’s Wear und Lingerie.

Herbst 2008 Umgestaltung des Erdgeschosses nach Muster des KaDeWe mit internationalen Luxus-Accessoires und nochmaliger Neugestaltung der Beauty-Abteilung. Erweiterung der 4. Etage.

Dezember 2008 Abschluss der Renovierungsarbeiten und große Neueröffnung des Luxus- Boulevards und der Parfümerie

Das Angebot im Oberpollinger

UG: Spielwaren und Kindermode, Schmuck & Uhren, Schreibwaren

Alles für Kinder ist im Untergeschoss untergebracht. Mit 1.300 qm für Kinder-Kollektionen und die Dinge zum Spielen und Lernen präsentiert das Untergeschoss auf 1.200 qm auch ein umfangreiches Angebot an Schmuck, Uhren, Schreibwaren und Reisegepäck beispielsweise von Tumi, The Bridge, Bric’s, Samsonite, Rimowa oder Porsche Design.

EG: Accessoires Boulevard und Beauty Department

Im Accessoires Boulevard präsentieren sich präsentieren sich die Shops von Louis Vuitton, Gucci, Prada, Miu Miu, Bottega Veneta, Dior, Fendi, Tod’s, Salvatore Ferragamo und Burberry erstmals in ganz Bayern unter einem Dach. Mit dem Concierge-Service am Haupteingang erlebt man die Haute Couture des Servicegedankens (Z.B. Buchung eines Personal Shoppers, Lieferservice, Änderung der gekauften Ware am selben Tag oder Taxibestellung etc.) Im Anschluss findet man das sehr exklusive Beauty-Department auf über 5.000 qm mit exklusiven Düften, Pflege und Kosmetik, sinnlichen Treatments in sechs Kabinen von Chanel, Shiseido & Co. und als Highlight die die weltweit erste Veuve Cliquot – Champagner Bar außerhalb einer Food-Abteilung.

Fashion-Department

Mit den 15.000 Quadratmeter großen Fashion Departments präsentiert der Oberpollinger das Who is Who internationaler Designerlabels auf drei Etagen.

1.Etage – Women’s Wear

Mit High Class Labels wie Max Mara, Burberry, Boss, Sônia Bogner, Armani Collezioni und Raffaello Rossi haben die internationalen Laufsteg-Trends Einzug ins Oberpollinger Fashion Department gehalten. In der ersten Etage erstrecken sich die Mode-Kollektionen für Damen und Schuh-Kollektionen für Damen und Herren über 5.300 qm.

2. Etage – Women’s Wear und Lingerie

In der zweiten Etage findet sich mit insgesamt 5.100 qm eine erlesene Auswahl von Dessous und Lingerie namhafter Marken wie Chantelle, La Perla, Marie Jo, Aubade, Passionata oder Lise Charmel. Luxuriöse Kabinen mit Service-Klingel bieten ein perfektes Einkaufserlebnis. Nebenan entdeckt man die großzügige Strumpfabteilung für Damen und Herren sowie Urban Wear von Armani Jeans, Boss Orange, La Martina, Kookai, True Religion, JBrand, Max & Co. u.v.m.

3.Etage – Men’s Wear

Stil und Eleganz bieten die Herren-Kollektionen internationaler Marken auf 5.100 qm. Dazu gehören Armani Collezioni, Boss, Burberry und Tommy Hilfiger ebenso wie Paul Smith, Strellson, La Martina, HUGO, Pepe Jeans, True Religion und Lacoste. Hier kann Mann sich komplett einkleiden – von Business- über Sportswear bis Young Fashion.

4. Etage – Living & Home

Schönes und Stilvolles für Zuhause mit demselben Anspruch an Qualität und Trends präsentiert sich in der vierten Etage mit der neuen „Wohnen & Essen“ – Etage. Inspirationen von Georg Jensen, Robbe & Berking, Le Creuset, Villeroy & Boch, Bassetti, JOOP!, Stelton, Royal Copenhagen, Ralph Lauren Home u.v.m.: Bei dieser Auswahl internationaler Marken lässt es sich gut einrichten. Zudem befindet sich auf dieser Etage eine große Stoff- und Kurzwarenabteilung, in der zwei Mal pro Jahr der exklusive Musterkollektionsverkauf von Stoffen namhafter Designern stattfindet.

5. Etage – Restaurant „LeBuffet“

In mediterraner Atmosphäre werden im Frischerestaurant „LeBuffet“ vor allem italienische und bayrische Spezialitäten serviert. Neben einer Sekt-/Espressobar, an der man delikate Antipasti genießen kann, befindet sich hier auch eine Süßwarenabteilung mit feinster Confiserie. Dazu bietet die Dachterrasse einen einzigartigen Panoramablick über München.

Zum Dialog mit Herrn Holger Grabmeister, Geschäftsführer von Karstadt Oberpollinger München.

Oberpollinger

Neuhauser Straße 18
80331 München

T +49 (0) 89 2902-30
www.oberpollinger.de

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