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BIENVENUE AU TÉATRE MYSTIQUE

In der Maison des Centraliens, einem geschichtsträchtigen Stadtpalais der Haussmann-Zeit und Treffpunkt der Studenten der École Centrale, mitten im Triangle d’Or, befindet sich die Maison Champs-Élysées, ein außergewöhnliches 5-Sterne-Boutique-Hotel. Trotz seiner exponierten Lage nur wenige Meter von der Avenue Montaigne entfernt, ist das Haus in der Rue Jean Goujon 8 eine so exklusive Adresse, dass man das Gefühl hat, man müsse ein Codewort bereit halten, um eingelassen zu werden. Doch das Hotel heißt jeden willkommen, für den Reisen nicht nur die Erkundung der Stadt, die Besichtigung ihrer Sehenswürdigkeiten und Museen und den Besuch berühmter Cafés bedeutet, sondern auch die Entdeckung dieser rätselhaften Orte, die eine ganz neue Reise in Gang setzen. „Un voyage dans le voyage!“, verspricht die Hoteldirektorin Bernadette Chevallier, deren herzliches, unaufdringlich aufmerksames, hoch professionelles Personal uns dabei begleitet – wenn und wann immer wir es wünschen.

Sobald man das Hotel betritt, taucht man ein in eine andere Welt. In eine Welt, inszeniert wie ein poetisches, verspieltes, witzig-geistreiches und provokantes Theaterstück, geschrieben von den Designern der geheimnisvollen Maison Margiela, der es immer darum geht, ein größeres Ganzes zu schaffen und die Betonung dabei auf außergewöhnliche Kleidung zu legen. Entworfen und geschneidert in einem laborähnlichen Atelier, in dem sämtliche Gegenstände, Möbel, Lampen in weiße Tücher gehüllt sind, präsentiert von Models, deren Gesichter mit Schmuck besetzten Masken vollkommen bedeckt sind. Nun gestaltet La Maison eben auch einmal eine Maison. Entstanden ist dabei ein ganz und gar unkonformistisches Hotel, ein Ort harmonischer Konstrastierung von Geschichte und Gegenwart, Klassizismus und Avant-Garde, Tradition und Innovation.

Bei der Renovierung und Neugestaltung des Maison des Centraliens ist die Maison Margiela ähnlich vorgegangen wie bei der Kreation ihrer Kleider: Seit der Gründung des Hauses 1988, damals als Maison Martin Margiela, sammeln die Designer Vintage-Kleidung, Accessoires und Objekte aus der ganzen Welt, um sie auf eine neue Art wieder zum Leben zu erwecken. Die Artisanial-Couture begründet sich auf Recycling und der Idee, bestimmten Materialien und Objekten ein zweites (oder drittes) Leben zu schenken. So werden antike Ballkleider geändert, geschlitzt, auf neue Unterröcke aufgebracht. Bestickte Flapper-Kleider aus den Zwanzigern werden restauriert, auseinandergenommen und neu zusammengenäht. In den Programmheften der Shows kann man die Herkunft der Materialien nachlesen: die Flohmärkte von Florenz, Los Angeles und Saint Ouen in Paris, auch ein Garagenverkauf in New York.

Nun werden die Mode-Designer der Maison also zu Interieur-Designern, die ihre Visionen der Artisanial-Couture bei der Neugestaltung der Maison des Centraliens in einem nicht minder lustvoll virtuosen Spiel mit Materialien und Objekten umsetzen.

cigarren bar in ALEXANDRE GUIRKINGER

© ALEXANDRE GUIRKINGER

Hinter der ein wenig parvenühaft anmutenden Fassade erwartet uns in subtiler, entspannter Atmosphäre ein luxuriöser Reduktionismus, der das Erbe der École Centrale (so sind die Studenten im 5. und 6. Stock untergebracht) und die spezifische Architektur des Hotels beibehält. Die typischen Essling Lounges des Zweiten Imperiums im zweiten Stockwerk des Hotels wurden eins zu eins restauriert, wobei auch die Deckenkehlungen von spezialisierten Handwerkern wieder mit Gold überzogen wurden. Und doch entsteht, natürlich, ein Gesamtkonzept, das die herkömmlichen Konventionen von Design mit besonderer Sorgfalt zum Detail auf den Kopf stellt und uns zu einem Spiel mit all unseren Sinnen einlädt. Eine Mischung von Transparenz und Geheimnis, deren (ästhetischer) Reiz das Ergebnis einer sehr prekären Arbeit des Verdeckens und Enthüllens ist.

Die Designer richteten 17 Suiten im dritten und vierten Stock ein, die Rezeptionshalle, das exzellente Restaurant „La Table Du Huit“ mit seinen 80 in weißes Tuch gehüllten Stühlen, die Blind Bar, die Essling Lounges und die Cigar Cellar. Spiegel, Trompe l’oeil, ein ausgeklügeltes Lichtdesign, in die berühmten weißen Tücher eingehüllte Möbel und Objekte, die unkonventionelle Verwendung von Materialien an Stellen, an denen man sie nicht erwartet, Räume, die aussehen, als sollten sie erst noch fertig gestellt werden, schaffen eine surrealistische Stimmung, täuschen unsere optische Wahrnehmung, kreieren Illusionen, als ob wir geradewegs in ein Gemälde von René Magritte hineinspazierten, das wir jedes Mal aus Neue anders entdecken.

Hôtel La Maison Champs-Élysées

Innerhalb der Maison des Centraliens

8, rue Jean Goujon, 75008 Paris

lamaisonchampselysees.com

 

Bildquellen


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