Vermutlich hat der heutige Begriff „Zigarre“ seine Wurzeln im Ausdruck siqar der Maya, einer der ersten Kulturen, die die älteste Form des Rauchens praktizierte, um eine Verbindung zu den Göttern aufzunehmen. Als erster Europäer entdeckte Christoph Columbus 1492 nicht nur Amerika, sondern auch die seltsamen Stäbe aus getrockneten Blättern, deren Rauch die Eingeborenen schon damals auf Kuba, der Insel der bis heute weltweit besten Zigarren, inhalierten.

Kuba, gelobtes Land des Tabaks

© 5th Avenue
Noch immer hat Kuba mit seinen fünf Hauptanbaugebieten den Ruf als das gelobte Land der „Pflanze, die Gedanken in Träume verwandelt“, wie der französische Dichter Victor Hugo den Tabak nannte. Wie bei der Weinherstellung prägt das Terroir bei der Tabakproduktion grundlegend den späteren Charakter der Zigarre bezüglich Geschmack und Qualität. In der roten Erde von Vuelta Abajo, bestehend aus sieben Teilregionen mit je etwa 50 Vegas (Plantagenabschnitten), wächst auf nur zwei Prozent der Fläche des Eilands, circa 32.000 Hektar, der Spitzentabak für die exklusiven Havannazigarren wie Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta oder H. Upmann. Aus der perfekten Alchemie des mineralreichen, sandigen Bodens sowie der idealen Mischung aus Sonne, Feuchtigkeit und Seewind entstehen einzigartige Umweltbedingungen, die nirgendwo sonst auf der Welt artifiziell geschaffen werden können. Als Hauptsorten des Tabaks werden der Criollo, der aufgrund seines erstklassigen Aromas meist für die Einlage verwendet wird, und der Corojo, der die seidigsten Deckblätter liefert, sowie deren Kreuzungen angebaut.

Plantage© 5th Avenue

„Ich verstehe es nicht, wie jemand nicht rauchen kann, – er bringt sich doch, sozusagen, um des Lebens bestes Teil und jedenfalls um ein ganz eminentes Vergnügen!“ Thomas Mann, Der Zauberberg

Exklusiver Lebensstil

Als heute integrierter, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil und krönender Schmuck einer jeden Zigarre gelten die kunstvollen Anillas (Zigarrenringe), die Gustav Bock vermutlich um 1854 erfand, um seiner kubanischen Marke eine persönliche Note zu verleihen. Während bald danach wunderbare Formen im barocken, fein ziselierten Stil miteinander konkurrierten, haben sich mittlerweile diskrete Designs etabliert. Mit der sublimen Ästhetik und der perfektionierten Herstellung begann der eigentliche Triumph der Zigarre im 20. Jahrhundert, als sich das feine Genussmittel zum Synonym eines epikureischen Bewusstseins insbesondere in gehobenen Kreisen aufschwang. Als wahrhafte Inkarnation von Zigarre und Lebensstil gilt wohl der britische Premier Winston Churchill, der insgesamt etwa 250.000 Double Coronas genossen haben soll. Insbesondere Maler wie z.B. Picasso oder Renoir kultivierten die hohe Kunst des Rauchgenusses ebenso wie Schriftsteller von Baudelaire über George Sand bis zu Brecht oder Raabe, der die Zigarre emphatisch als „Trösterin der Welt des 19. Jahrhunderts“ deklarierte. Mittlerweile gilt die Zigarre nicht länger als Statussymbol einer bestimmten Gesellschaftsschicht, sondern als allgemein anerkannter Ausdruck genießerisch- sinnlicher Lebensfreude.

Sechs Sinne des Tabakgenusses

Arbeiter © 5th Avenue
Die Komplexität des Rauchgenusses wird über sechs Sinne wahrgenommen: zunächst über die Optik, die in entscheidender Weise geprägt wird durch die Form, den Glanz und insbesondere die Farbe einer Zigarre, die jedoch weder auf deren Qualität noch auf deren Stärke verweist, da der Geschmack vornehmlich von der Einlage bestimmt wird und die Deckblätter hierzu nur zwischen fünf und sieben Prozent beitragen. Spitzenprodukte können in jeder Schattierung vorkommen, die abhängig ist von der Sonnenbestrahlung und damit vom Erntezeitpunkt sowie der Position des Blattes an der Pflanze, während negative Indikatoren Flecken, Risse und Löcher sind. Mit Fingerspitzengefühl lässt sich Geschmeidigkeit einer Zigarre ertasten, die bereits auf deren Qualität hindeuten kann. Richtig gelagerte Produkte besitzen eine gewisse Elastizität. Experten empfehlen vor dem Anzünden, an der Zigarre zu schnuppern, von kubanischen Aficionados fumar a crudo (roh rauchen) genannt, da sich eine Vielfalt an Aromen bereits im Duft entwickelt. Insbesondere beim Geschmack schätzen Kenner die den Charakter einer Zigarre prägenden würzigen Noten, die von Zedernholz, Vanille und Kaffee über Schokolade, Zimt und Lakritz bis hin zu Gewürzbrot, Pfeffer und Kümmel reichen.

Bildquellen

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