Speisemeisterei – Schloss Hohenheim – Crescendo der Aromen durch kulinarischen Präzisionismus

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Speisemeisterei Hohenheim

Speisemeisterei @ Hohenheim

Das kulinarische Refugium residiert im einstigen Speisetrakt des Hohenheimer Schlosses, wo frühklassizistischer Pathos und die subtile Ästhetik der Reduktion eine wunderbare Symbiose eingehen. Hier residiert der kulinarische Virtuose und Sternekoch Frank Oehler, der gemeinsam mit seinem Küchenchef Markus Eberhardinger und einem perfekt aufeinander abgestimmten Team das Rokoko mit modernem Esprit rocken lässt.

Speisemeisterei @ Hohenheim

Dieser Esprit Nouveau prägt nicht nur das Ambiente der Speisemeisterei, in dem die puristische Linienführung des Interior Designs und das Rokoko-Ornatio der Architektur zueinander finden. Vielmehr spiegelt sich der besondere kulinarische Geist in den einzelnen Menüpositionen wider, deren dramaturgische Raffinesse sich in der Ponderation der Aromen versteckt zeigt. Dass man marktfrische Produkte aus heimischem Anbau sowie Fisch und Fleisch vorzüglichster Qualität verwendet, gehört nicht nur zum kulinarischen Understatement, sondern zum inneren Selbstverständnis des Hauses. Begleitet werden die Speisen von entsprechend selektierten Weinpositionen, die der Sommelier mit sicherem Gespür in das jeweilige Kompositionsbildnis der Speisen wunderbar zu integrieren versteht. In jeder Menülinie verstecken sich Aromen-Trios, die im Gaumen wahre Genusssymphonien auszulösen verstehen, von kraftvoller Polarität, markanten Akzenten und einem liebevollen Virtuositätssinn, ohne jedoch die Gesamtharmonie der Komposition zu stören oder ins Wanken zu bringen. So entwickelt die Aromenkonstellation von zwei Mal Forelle mit Rote Beete und Senfeis einen Wohlklang, der den Gaumen herrlich belebt, um dem Geschmackssinn durch einen vorzüglichen „neigschmeckten Zander“ mit Kraut und feinstem Speck einen weiteren Höhepunkt zuzuführen. Zartes Kabeljau mit Blaukraut, begleitet vom intensiven Fruchtvolumen und der feinen Säure der Amalfi-Zitrone, lassen ein spannendes Zusammenspiel entstehen, das die filigrane Tonalität des Meeres und die gehaltvolle Substanz des Krautes in sich trägt. Ein wahrhaftiger Höhepunkt, der zwar zum klassischen Repertoire einer jeden gehobenen Küche gehört, ist allerdings in der Speisemeisterei ein wirkliches Geschmackserlebnis, das dem Genießer höchstes Vergnügen bereitet: Die schöne gewichtige Dorade à point in der Salzkruste gegart mit Rotweinbutter, geröstetem Selleriepüree, Spinat und Apfel-Gnocchi ist ein mehrstimmiges Aromenspiel, das den finessreich-nussigen Grundton der Dorade Royal in einem immer wieder neuen Geschmacksbild erleben lässt.

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