Staatsoper Hamburg – Über 300 Jahre Tradition und höchstes Niveau

0

Seit dem Jahr 1678 wird in der Hamburger Staatsoper hochrangiges europäisches Musiktheater aufgeführt. Zeitweise bankrott und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, zählt das Hamburger Urgestein heute zu den weltweit führenden Opernhäusern und begeistert Jahr für Jahr unzählige Liebhaber klassischer Musik.

Saal

Was am Hamburger Gänsemarkt vor weit über dreihundert Jahren bescheiden begann, erlangte weltweites Renommee nicht zuletzt aufgrund der Tatsache,  dass Opern Händels hier uraufgeführt wurden, dass Gustav Mahler jahrelang die künstlerische Leitung innehatte und dass der Welttenor Placido Domingo als noch unbeschriebenes Blatt hier die ersten zarten Gehversuche seiner grandiosen Karriere unternahm. Auch Georg Philipp Telemann und Reinhard Keiser gehörten zur Riege bedeutsamer Komponisten, deren Karrieren ohne ihre Hamburger Zeit nicht denkbar gewesen wären.

Ihre schwerste Periode erlebte das privat geführte Haus in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als mangelnder Publikumszuspruch und finanzielle Schwierigkeiten zur Schließung führten. 1827 wurde an der Dammtorstraße das „Stadt-Theater“ von Carl Ludwig Wimmel eröffnet. Mit einem Fassungsvermögen von 2800 Gästen und einer neu- und einzigartigen Akustik setzte sich das Hamburger Opernhaus deutlich von seiner internationalen Konkurrenz ab und erwarb sich damit eine erstrangige internationale Reputation. Während der Spielbetrieb zur Zeit des Ersten Weltkriegs aufrechterhalten wurde, blieb das Gebäude im Zweiten Weltkrieg nicht verschont: Bei einem Bombenangriff wurde der gesamte Zuschauerraum zerstört. In diese Zeit fällt auch die letzte und bis heute gültige Umbenennung des Hauses, das bis heute offiziell den Namen „Hamburgische Staatsoper“ trägt. Das neue Zuschauerhaus entstand 1955 mit 1690 Plätzen und wurde mit einer Aufführung der „Zauberflöte“ am 15. Oktober eingeweiht.

Heute vereint die Hamburger Staatsoper in ihrem fast 400 Jahre Musik-geschichte umspannenden Programm höchste Opernkunst und filigranste Ballettaufführungen von pathetischer Barockoper bis hin zu modernis-tischer Avantgarde. Unter der Leitung der australischen Dirigentin Simone Young, die im Jahr 2005 das kreative Zepter in Hamburg übernahm, steht die Staatsoper für ein breit gefächertes Kompendium vielfältigster musikalischer Repertoires.

Dem „Wagner-Wahn“ kann sich die Oper in diesem Jahr so wenig entziehen wie alle anderen Häuser. Zum 200. Geburtstag des Sachsen sind im Mai und Juni alle zehn Hauptwerke von „Lohengrin“ über „Rheingold“ bis zum „Parsifal“ zu sehen. Hochrangige Solisten und herausragende Wagner-Sänger gastieren im Frühsommer in der Elbmetropole und verneigen sich vor dem Genie des größten deutschen Opernkomponisten.

Bildquellen

Share.

Leave A Reply