Das Winterpalais des Prinzen Eugen – Das edle Schloß des Edlen Ritters

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Pictures: © Belvedere

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Das Winterpalais des Prinzen Eugen in Wien ist ein Juwel in wenig prominenter Lage. Dazu trugen die Umstände bei, unter denen der berühmte Barock-Feldherr sein Leben in der Stadt der Habsburger Kaiser begann.

Obwohl er dem europäischen Hochadel entstammte, war Prinz Eugen als nachgeborener Sohn des Grafen von Carignan fast mittellos als er -kaum zwanzigjährig- Wien 1683 erreichte und in österreichische Dienste trat. Sein größtes Kapital waren zunächst seine verwandtschaftlichen Beziehungen, durch die er zunächst schließlich eine Wohnung im Hause des spanischen Botschafters erhielt. Doch in dem Maße wie Prinz Eugen im folgenden Jahrzehnt durch seine militärischen Erfolge einen kometenhaften Aufstieg am kaiserlichen Hofe vollbrachte, reichte diese Unterbringung nicht mehr aus, um seinen gesellschaftlichen Status angemessen zu repräsentieren.

Ab 1694 begann er daher Häuser und Grundstücke in der Himmelpfortgasse aufzukaufen. Der Name Gasse zeigt auf, dass sich diese Immobilien nicht in vornehmster Lage befanden. Allerdings fand Prinz Eugen hier Hausbesitzer, die ihm bereitwillig ihr Eigentum zu Beträgen überließen, über die der Aufsteiger verfügen konnte. 1697 schließlich beauftragte der Prinz von Savoyen den Architekten Johann Bernhard Fischer, das Anwesen in der Himmelpfortgasse von Grund auf umzubauen. Hier liegt der Beginn des Winterpalais. Ab 1702 übernahm der bedeutende Architekt Johann Lukas von Hildebrandt die Leitung über die Bauarbeiten.

1697 war zugleich das Jahr, in dem Prinz Eugen den Oberbefehl über die kaiserliche Armee im Großen Türkenkrieg erhielt. Die Einkünfte aus diesem Amt haben sicherlich eine große Rolle dafür gespielt, dass der Prinz die Umbaumaßnahmen in Angriff nahm, um sein Refugium nach seinen eigenen Vorstellungen neu entstehen zu lassen. Das Interieur aus Säulen, Statuen und Fresken wurde von namhaften, meist italienischen Künstlern gestaltet wie Mattielli, Giuliani und Dorigny. Ein stets wiederkehrendes Motiv ist Herkules, der von einer menschlichen Mutter geborene Heros, der dank seiner Heldentaten in die Riege der olympischen Götter aufstieg. Eine passende Metapher für des Prinzen Eugen eigene Karriere.

Nach seinem Tode erwarb Kaiserin Maria Theresia das Palais und übertrug es der Verwaltung des K.-und-K.-Reiches. Nach wechselnder Nutzung wurde es 1848 Sitz des kaiserlichen Finanzministeriums. Diese Funktion behielt das Winterpalais bis ins 21. Jahrhundert trotz aller Wechsel der österreichischen Geschichte bei.

Anlässlich des diesjährigen 350sten Geburtstages des Prinzen Eugen entspann sich jedoch die Idee, das bedeutende Zeugnis hasburgischer Architekturgeschichte der Öffentlichkeit wieder in alter Form zugänglich zu machen. Zu diesem Zwecke wurde bereits 2007 mit umfangreichen Sanierungsarbeiten begonnen, um das Winterpalais in seinen ursprünglichen barocken Zustand zurück zu versetzen.

Pünktlich zum 18. Oktober 2013, dem angestrebten 350. Geburtstag Prinz Eugens, öffnete das Winterpalais erneut seine „Himmelspforten“. Statt des Finanzministeriums hat nun die Österreichische Galerie Belvedere die Räume bezogen und nutzt dessen Räumlichkeiten für Kunst- und Wechselausstellungen.

In seiner neuen alten Pracht stellt das Winterpalais des Prinzen Eugen von Savoyen ein Muss für jeden Wienbesucher dar.

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